Latein

  • Darum Latein
  • Lateinunterricht Sekundarstufe I
  • Lateinunterricht  Sekundarstufe II
  • Mit Latein unterwegs

Salvete et intrate!

Liebe Eltern, mit dem Übergang Ihres Kindes auf das Gymnasium ist für Sie die Wahl zwischen Latein, Französisch und Spanisch verbunden. Wahrscheinlich sind viele von Ihnen noch unsicher, wie sie sich entscheiden sollen. Die Lateinfachschaft möchte Sie deshalb auf diesen Seiten über die Sprache und den Lateinunterricht am GAK informieren.

Darum Latein

 

Latein ist eine wesentliche Grundlage unserer modernen Zivilisation.
Viele unserer Wörter (auch der modernen Fremdsprachen) sind lateinischen Ursprungs. Römische Kultur und Zivilisation, römisches Recht und Staatswesen sind die Ausgangspunkte für die europäische Moderne und leben in ihr fort. In diesen Dingen informiert zu sein und zugleich den Computer zu beherrschen, ist kein Widerspruch, sondern eine sinnvolle Ergänzung und auch in unserer Zeit ein bedeutender Vorteil.

Vorteil einer alten Sprache in einer neuen Zeit

Die lateinische Sprache ist sehr logisch und systematisch aufgebaut. Beim Satzbau und in der Formenbeherrschung ist es von großer Bedeutung, Bezüge zu erkennen und herzustellen sowie aufgeschlüsselte Satzgefüge wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Dadurch wird das eigene analytische und logische Denken geschult. Diese Fähigkeiten haben gerade in unserer schnelllebigen Zeit, in der die Technik immer mehr Einzug hält, bei vielen Arbeitsabläufen im Berufsleben, aber auch im Freizeitbereich einen hohen Stellenwert. Darüber hinaus fördert der Lateinunterricht in besonderer Weise das allgemeine Verständnis für Sprachen. Das hat zur Folge, dass mit der Muttersprache, aber auch mit Fremdsprachen, bewusster umgegangen wird.

Latein ist besonders geeignet für Schülerinnen und Schüler,

• die gerne knobeln und puzzeln
• die gerne Sachverhalte hinterfragen
• die sich für Geschichte interessieren
• die nicht so gerne in einer Fremdsprache sprechen
• die sich gerne auf Deutsch über Unterrichtsinhalte austauschen
• die es ganz genau wissen wollen

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Lateinunterricht

Am  GAK erteilen vier engagierte Lehrerinnen Lateinunterricht:

  • Frau Arndt
  • Frau Bomhoff
  • Frau Dr. Fischell (Fachobfrau Latein)
  • Frau Großpietsch

Sekundarstufe I

Im Anfangsunterricht in Klasse 6  steht eine römische Familie im Zentrum und die Schüler erkennen erste Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit ihrer eigenen Familie. Unser Lehrbuch prima nova führt sie zusammen mit  den Protagonisten kleiner Geschichten aufs Forum Romanum, zum Wagenrennen in den Circus Maximus und zum Einkaufen in die Basilica. Danach begleiten sie die Vorbereitung eines römischen Familienfestes vom Schmücken des Hauses über die Zubereitung der Speisen bis zum Einkauf der Festkleidung und erleben schließlich den Ablauf des Festes selbst mit. Zusätzlich zur Übersetzung der  Lektionstexte ins Deutsche setzen sich die Schüler szenisch und graphisch mit deren Inhalten auseinander, legen römische Togen an und probieren, wie gut römisches Essen schmeckt.

In Klasse 7 präsentiert unser Lehrbuch, das von der 6. bis zur 9. Klasse einen Band umfasst, Persönlichkeiten der römischen Geschichte von Romulus und Remus über Hannibal bis zu Caesar und Cicero. In der Auseinandersetzung mit diesen hinterfragen die Schüler die Gültigkeit römischer Tugenden und bewerten kritisch, was einen Helden auszeichnet.

In Klasse 8 geht es um römische Götter und antike Sagen. Aus diesen gehen philosophische Naturbetrachtungen hervor. Der Vergleich mit modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen liegt auf der Hand und findet im Unterricht auch statt. Die Lateinschüler begegnen bedeutenden Philosophen der Antike ebenso wie herausragenden Dramatikern und stellen nach der Übersetzung von Ausschnitten derer Werke und eigenen Adaptionen fest, dass komplizierte Familiengeschichten keine Erfindung der Neuzeit sind.

In Klasse 9 verlassen die Schüler räumlich wie zeitlich das klassische Rom, sie lernen das Leben in der germanischen Provinz kennen und erfahren, wie die lateinische Sprache in den folgenden Jahrhunderten genutzt wurde.

In Klasse 10 beginnt die Originallektüre mit Caesars Bellum Gallicum. Dabei geht es weniger um Caesars militärische Strategien als um die Propaganda zur Rechtfertigung des Gallienfeldzuges und seine manipulative Leserlenkung. Nach dem eher historisch-politisch ausgerichteten ersten Halbjahr beschäftigen sich die Schüler im zweiten Halbjahr mit römischer Dichtung und zwischenmenschlichen Beziehungen am Beispiel von Ovids Ars amatoria oder Martials Epigrammata.

Inhaltlich orientiert sich der Unterricht grundsätzlich an den Themen des Kerncurriculums Niedersachsen.

 

Leistungsmessung

Schriftliche Leistungen ergeben sich aus den Ergebnissen der Klassenarbeiten. Die Anzahl dieser Lernzielkontrollen in den Jahrgägngen 6-10 ist durch die Fachkonferenz auf vier festgelegt worden. Diese bestehen stets aus der Übersetzung eines lateinischen Textes ins Deutsche sowie weiteren Aufgaben aus dem Bereich der Sprach- und Kulturkompetenz. Ab Klasse 10 werden die Klausuren mithilfe des Lateinlexikons Stowasser geschrieben.

Alle anderen erbrachten Leistungen zählen zu den mündlichen Leistungen. Dazu gehören:

● Beträge zum Unterrichtsgespräch (Mitarbeit)
● mündliche Überprüfungen
● kurze schriftliche Überprüfungen (Vokabel- und Grammatiktests)
● kooperative Arbeitsformen (z. B. Ergebnis und Präsentation von Partner- oder Gruppenarbeiten)
● (mediengestützte) Präsentationen (Referat)
● Anwenden fachspezifischer Methoden und Arbeitsweisen
● besondere Lernleistungen (z. B. Schülerwettbewerbe).

Dabei fließen in der Sekundarstufe I erlassgemäß mündliche und schriftliche Leistungen zu je 50% in die Zeugnisnote ein.

 

Sekundarstufe II

In Klasse 11 orientiert sich die Lektüreauswahl an den Vorgaben für den kommenden Abiturjahrgang. Den Schülern wird dadurch ein Einblick in die Autoren der sie betreffenden Abiturprüfung gewährt.

Dabei stehen die folgenden Autoren und Werke zur Auswahl.

  • Ciceros Reden
  • Plinius’ Briefe
  • Ovids Metamorphosen

Da die Phase des Spracherwerbs mit Beendigung der Sekundarsstufe I abgeschlossen ist, liegt der Schwerpunkt nun auf der Interpretation der zuvor übersetzten Texte sowie dem Gegenwartsbezug zur Lebenswelt der Schüler. Im 11. Schuljahr werden insgesamt 3 Klausuren geschrieben, zwei davon liegen im ersten Halbjahr.

Der Unterricht orientiert sich an den Vorgaben des Kerncurriculums für die gymnasiale Oberstufe.

In unseren kleinen Lateinkursen der Jahrgänge 12 und 13 folgt der Unterricht den Vorgaben der Abiturkommission. Diese wählt aus den vier Gegenstansbereichen A Sprache – Literatur, B Gesellschaft – Kultur, C Politik – Geschichte und D Philosophie – Religion insgesamt drei Prüfungsautoren aus, die zur Vorbereitung auf die Abiturprrüfung im Unterricht übersetzt und interpretiert werden.

Die Vorgaben für die Lateinprüfung des Abiturs 2021 finden Sie hier.

Latina
  • Kleines Latinum – am Ende von Klasse 10
  • Latinum – am Ende von Klasse 11
  • Großes Latinum – am Ende von Klasse 12

 

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Darüber hinaus….

…. haben Lateinschüler die Möglichkeit, die im Unterricht erworbene Sprach- und Kulturkompetenz in verschiedenen Wettbewerben unter Beweis zu stellen.

Schüler von Klasse sieben bis neun erstellen neben dem Unterricht kleine Videos oder Hörspiele in lateinischer Sprache und reichen diese beim Teamwettbewerb des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen ein.

Ab Klasse 8 können sie dort alternativ auch am Solowettbewerb teilnehmen. Ab Klasse 10 wird die Teilnahme auf zwei Wettbewerbssprachen erweitert. Nach erfolgreicher erster Runde stellen die Teilnehmer des Solowettbewerbs sich  Ende Januar in der Schule einer schriftlichen Überprüfung ihrer Fähigkeiten. Hier ist nicht nur Grammatik und Vokabelwissen gefragt, sondern auch Kenntnisse der Realien und Entwicklung der europäischen Sprachen.

In der Oberstufe besteht für die Schüler alle zwei Jahre die Möglichkeit am dreistufigen Rerum certamen antiquarum teilzunehmen, dem niedersächsischen Wettbewerb der alten Sprachen. Die erfolgreich bestandene Klausur der ersten Runde befähigt zur Teilnahme an der zweiten Runde, die in einer schriftlichen Ausarbeitung zu einem antiken Thema besteht und bei sehr gutem Ergebnis auch als besondere Lernleistung angerechnet werden kann. Der Vortrag vor einer Expertenrunde in Wolfenbüttel schließt die dritte Runde ab.

Im Lateinunterricht werden die Module von Jugend präsentiert eingeübt, indem die Schüler Referate ausarbeiten und halten. Sie machen sich dabei wiederholt die rhetorische Situation ihres Vortrags und die jeweiligen Adressaten bewusst und kennen die Funktion verschiedener Präsentationsmedien.

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Mit Latein unterwegs

 

Kalkriese-Fahrt in Klasse 6

“Quinctilius Varus, gib die Legionen zurück!”, soll Kaiser Augustus verzweifelt ausgerufen haben. Ob es diesen Ausruf tatsächlich gegeben hat oder ob er nur eine Legende ist, wird wohl nie geklärt werden. Fest steht jedoch, dass mehr als 15.000 römische Soldaten im Jahre 9 nach Christus ihr Leben im Kampf gegen die Germanen ließen. In nur drei Tagen besiegten germanische Stämme unter ihrem Anführer Arminius durch einen taktischen Hinterhalt in einem Engpass bei Kalkriese die als unschlagbar geltenden römischen Legionen. Die nach ihrem Verlierer benannte Varusschlacht veränderte für immer Roms Bestreben, die germanischen Völker rechts des Rheins zu unterwerfen. Wegen dieses Ereignisses wurde 2002 am Ort der Schlacht, in der Nähe von Osna­brück, ein beeindruckendes Museum eröffnet.

Es ist fester Bestandteil des schulinternen Curriculums, dass die 6.Klässler im Lateinunterricht dieses Museum besuchen und in Form von fachkundigen und vor allem lebhaften Führungen Einblicke in die heute noch andauernde Ausgrabungs­tätigkeit vor Ort erhalten. Darüber hinaus entwickeln sie so im Anschluss an den Geschichtsunterricht zur römischen Antike eine konkrete Vorstellung vom (Zusammen)Leben der Römer und Germanen und ihren Kampftechniken. Ausgestattet mit pilum und Marschgepäck versetzen sich die Schüler in die Rolle der Römer und erproben, ebenfalls vergeblich, mit viel Geschrei den Angriff auf einen germanischen Schutzwall. Die Gelegenheit, Angriffe oder Kampftechniken nachzu­spielen und sich aus dem Fundus als Germane oder Römer zu verkleiden, macht den Ausflug zu einem eindrucks­vollen Erlebnis für unsere Lateinschüler.

Da auch Sonderausstellungen im Museum mit den gebuchten Museumsführungen verbunden werden, erhalten die Lateinschüler zudem auf diese Weise auch ein umfangreiches aktuelles Zusatzwissen über die römische Antike.

Im Frühjahr 2017 wurde die Dauerausstellung in Kalkriese durch ein GrabungsCamp erweitert, in dem die Schüler selbst mit Schaufel und Pinsel Fundstücke ausgraben können. In einem zweiten Schritt werden die Funde ausgewertet. „Jeder Befund muss dokumentiert, vermessen und gezeichnet werden. Fibeln, Münzen oder Pollenproben werden anschließend untersucht und datiert.“ Dabei erkennen die Schüler, dass neben den Archäologen auch Forscher andere Disziplinen an der wissenschaftlichen Auswertung beteiligt sind und nur gemeinsam das Rätsel einer Ausgrabungsstätte gelöst werden kann.

Indem die Lateinschüler aus Jahrgang 9 künftig erneut nach Kalkriese fahren und das GrabungsCamp besuchen werden, eröffnen wir ihnen ein weites Berufsfeld und leisten somit einen Beitrag zur Berufsorientierung unserer historisch-naturwissenschaftlich interessierten Schüler.

Trier-Fahrt in Klasse 8

Während die Französisch und Spanisch lernenden Schüler am Austausch teilnehmen können, reisen die Lateinschüler in Klasse 8 in die römische Provinz, genauer gesagt nach Trier. Die älteste Stadt Deutschlands wurde  unter Kaiser Augustus mit dem Namen Augusta Treverorum, was so viel heißt wie “Stadt des Augustus im Land der Treverer”, gegründet.

Fünf Tage lang erkunden die Schüler die Stadt und das Umland und erhalten so einen spannenden Einblick in das römische Leben vor 2000 Jahren. Erwähnenswert ist, dass die Lateinfahrt auch von den Schülern vorbereitet wird, da sie vor Ort die Führung durch die Sehenswürdigkeiten übernehmen.

Folgende Programmbausteine sind Bestandteil der Trierfahrt:

  • Besuch der antiken Römerbauten, wie Porta Nigra und Kaiserthermen, sowie des Trierer Doms
  • Besuch der rekonstruierten Römervilla Borg
  • Besuch des Landesmuseums, samt Videoinstallation “Im Reich der Schatten”

Highlight der Reise ist jedoch die Teilnahme am Gladiatorentraining im Trierer Amphitheater.

 

 

 

Ausstellungsbesuche

Museum für Kunst und Gewerbe

Insbesondere in den Jahrgängen 9 bis 12 bietet sich der Besuch einer Antikenausstellung an. Empfehlenswert ist das Museum für Kunst und Gewerbe in der Nähe des Hamburger Hauptbahnhofs, in dem es eine dauerhafte Sonderausstellung zur Antike gibt. Die Schwerpunkte variieren und sind nach Absprache zwischen Lehrkraft und Museumsführung individuell anpassbar. Somit bieten sich je nach unterrichtlichem Themenschwerpunkt verschiedene Führungen an.

Bucerius Kunst Forum

Bei jährlich vier verschiedenen Ausstellungen greift auch das Bucerius Kunst Forum in Hamburg immer wieder Themen der Antike, vor allem der Mythologie, auf. Die Wahl der Lektüre in Klasse 10 und 11 lässt sich hierauf gut abstimmen, um die Unterrichtseinheit auch mit einem Fächerübergriff in die Kunst abzurunden und einen Ausstellungsbesuch thematisch anzuknüpfen.

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